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01.08.22 | Liechtenstein

57'000 Casino-Besu­cher und 82 Mil­lionen Franken

Symbolbild (Pixabay)

Während das Grand Casino Liechtenstein in Bendern vergangenes Jahr tendenziell die spendableren Gäste ­begrüssen durfte, liessen die Besucher des mittlerweile geschlossenen Casinos Balzers offensichtlich weniger liegen. Am Ende gewann «die Bank» aber überall. Das geht aus einem Artikel des Liechtensteiner Volksblatt hervor.

Das Casino Balzers verzeichnete vergangenes Jahr die wenigsten Besucher. Das zeigen die Zahlen der Geldspielaufsicht, die das Amt für Volkswirtschaft dem «Volksblatt» zur Verfügung gestellt hat. In Balzers wurden demnach 3563 unterschiedliche Besucher registriert. Das sind nicht nur rund 2000 weniger als im grössentechnisch vergleichbaren Club Admiral in Triesen, sondern die Casino-Besucher in Balzers liessen übers Jahr hinweg auch weit weniger Geld liegen als in den anderen Spielbanken. Die Betreiber (Casinos Austria) zogen kürzlich die Konsequenzen und machten ihren zweiten Standort in Liechtenstein dicht.

Ähnliche Entwicklungen seien bei den anderen Casinos im Land derzeit aber nicht zu beobachten, sagt Thomas Gstöhl, Leiter der Geldspielaufsicht gegen über dem Volksblatt weiter. Tatsächlich lief es im vergangenen Jahr trotz Corona – die Casinos waren 2021 nur 250 Tage geöffnet – ziemlich gut. Zwar ist der Gewinn noch nicht bekannt, aber der Bruttospielertrag (BSE) der fünf Casinos belief sich gemäss Rechenschaftsbericht auf 82 Millionen Franken.

Einsätze sehr unterschiedlich
Der Bruttospielertrag ergibt sich aus allen geleisteten Einsätzen abzüglich der ausgeschütteten Gewinne. Aus Sicht der Casino-Besucher ist es also der «Nettospielverlust». Dieser verteilte sich im Jahr 2021 auf rund 57'000 einzelne Besucher. In Wahrheit dürften es allerdings etwas weniger gewesen sein: Wer zwei Casinos besuchte, wird nämlich doppelt ausgewiesen. Ebenfalls ist nicht klar, wie oft im Casino gespielt wurde. Die Zahl der insgesamt verzeichneten Eintritte gibt die Geldspielaufsicht gegenüber der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Doch bereits bei den Besucherzahlen zeigen sich von Casino zu Casino teils markante Unterschiede: Die grössten Spielbanken – Grand Casino Bendern und Casino Admiral in Ruggell – zählten nämlich nicht nur die meisten Besucher, sondern offensichtlich auch die zahlungsstärksten. In Bendern liessen rund 19 500 Gäste über das Jahr hinweg 32,4 Millionen Franken liegen, in Ruggell haben knapp 18'000 Gäste einen gemeinsamen «Nettospielverlust» von 29,8 Millionen Franken eingefahren.

Das Casino Schaanwald konnte aus den Einsätzen seiner rund 10'500 Gäste 11,1 Millionen Franken einbehalten, etwa im selben Verhältnis gewinnt «die Bank» auch beim kleinen Club Admiral in Triesen: Rund 5500 Gäste bescherten einen Bruttospielertrag von 6,3 Millionen Franken.

Zu schliessen, dass jeder Gast grössere Summen ins Casino trägt, greife aber zu kurz, sagt Thomas Gstöhl. Viele würden mit moderatem Budget und relativ kleinen Einsätzen spielen. Andere wiederum zocken mit der ganz grossen Kohle – können es sich gemäss Gstöhl aber auch leisten. Im Rahmen des Spielerschutzes sind die Casinos zudem verpflichtet, auch die Vermögensverhältnisse ihrer Gäste in Erfahrung zu bringen, sofern diese ein auffälliges Spielverhalten an den Tag legen.

Gewinn wohl deutlich tiefer
Vom erwirtschafteten Bruttospielertrag von 82 Millionen Franken mussten die Spielbanken 28,2 Millionen als Geldspielabgabe direkt an den Staat weiterleiten. Wie viel den Casinos nach Abzug der weiteren Aufwände wie Miete, Löhne und Steuern schliesslich noch geblieben ist, wird erst publik, wenn die Jahresrechnungen beim Handelsregister hinterlegt sind.

Augenscheinlich wird der Gewinn jedoch um einiges tiefer liegen. So waren im 2021 nämlich Hunderte Angestellte in der Geldspielbranche tätig. Die fünf Casinos haben laut Thomas Gstöhl per Ende Jahr 450 Vollzeitäquivalente ausgewiesen. 42 bzw. 46 waren es nur schon in den kleinen Casinos Balzers bzw. Triesen. Derweil zählte das Ruggeller Casino Admiral 120 und das Benderer Grand Casino Liechtenstein sogar 161 Vollzeitäquivalente.