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15.06.20 | Liechtenstein

Brexit: Intensivere Verhandlungen

Symbolbild für Brexit-Verhandlungen. (Foto: SDA)

Die Europäische Union will neuen Schub für die Gespräche mit Grossbritannien über die künftigen Handelsbeziehungen. "Die EU ist bereit, die Gespräche zu intensivieren, wir stehen rund um die Uhr bereit", schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag vor einer Videokonferenz mit dem britischen Premier Boris Johnson auf Twitter. "Lasst uns neue Bewegung in die Verhandlungen bringen."

Seit März hatten Unterhändler in den Gesprächen über ein Handels- und Partnerschaftsabkommen in vier intensiven Runden praktisch keine Fortschritte erreicht. Nun zogen Johnson und die EU-Spitzen bei der Videokonferenz Zwischenbilanz. Auf EU-Seite nahmen daran auch Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli teil.

Grossbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. In einer Übergangsfrist bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen.

Johnson ist nach britischen Medienberichten bereit, bei weiterem Stillstand der Verhandlungen einen "No Deal Brexit" zum Jahresende hinzunehmen. Grossbritannien werde ab Januar eine unabhängige Handelsnation werden können, "egal was" bei den Verhandlungen mit Brüssel geschehe. Eine mögliche Verlängerung der Übergangsphase um ein oder zwei Jahre lehnt Johnson kategorisch ab. Die EU-Seite sagt inzwischen, damit sei dieses Thema wohl vom Tisch.