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25.02.20 | St.Gallen

Sozialpädagoge bestreitet sexuellen Missbrauch

Gegen mehrer Personen wird Anklage erhoben. Symbolfoto (Foto: Pixabay)

Ein Sozialpädagoge soll in einer St. Galler Institution eine geistig und körperlich beeinträchtigte Frau sexuell missbraucht haben. Im Berufungsprozess vor dem Kantonsgericht wies er am Dienstag die Vorwürfe zurück und forderte einen Freispruch. Er wehrte sich gegen seine Verurteilung durch das Kreisgericht St. Gallen, das Mitte 2018 eine bedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten gegen ihn ausgesprochen hatte. Das Berufungsurteil des Kantonsgerichts wird später bekannt gegeben. Die Frau lebt seit vielen Jahren in der Institution, in der auch der Sozialpädagoge während über zwei Jahrzehnten arbeitete. Laut Anklage bezeichnete sie den Beschuldigten als ihren "Lieblingsbetreuer". Sie sei jeweils emotional aufgewühlt gewesen, wenn er die Institution verlassen habe. 

 

Nachdem die Frau ihrem Bruder von sexuellen Handlungen mit dem Betreuer erzählt hatte, kam es zur Anklage. Sie hatte berichtet, der Sozialpädagoge habe sie über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mehrfach am späteren Abend aus ihrem Zimmer geholt. Im Pikettzimmer habe er sie jeweils aufgefordert, sich auszuziehen, und es sei zu sexuellen Handlungen gekommen. Der Betreuer habe sie immer wieder aufgefordert, über diese Treffen Stillschweigen zu bewahren. Das Kreisgericht St.Gallen kam im Juni 2018 zum Schluss, dass die Schilderungen der beeinträchtigten Frau glaubhaft seien. Es verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren. Es ordnete ein Berufsverbot und Bewährungshilfe an.