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18.05.22 | Ostschweiz

Tourismus trotz Erholung noch unter Vorkrisenniveau

Am Pizol mit Blick aufs St. Galler Rheintal (Foto: ZVG)

Nach dem Einbruch im Vorjahr erholte sich die Nachfrage in der St. Galler Hotellerie im Jahr 2021 markant. Die Ankunftszahlen stiegen im Vorjahresvergleich von 325'000 auf 415'000 und die Logiernächte von 700'000 auf 880'000, was einem Anstieg von jeweils 26 Prozent entspricht, heisst es in einer Mitteilung der St. Galler Staatskanzlei. Zu diesem Ergebnis kommt die Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen im «Jahresbericht 2021 zum Aufenthaltstourismus». Der Anstieg fiel leicht höher aus als auf Schweizer Ebene, wo Ankünfte und Logiernächte um 25 beziehungsweise 24 Prozent zunahmen. Das Vor-Pandemie-Niveau wird aber sowohl im Kanton als auch in der Gesamtschweiz längst noch nicht wieder erreicht.

Die Erholung der touristischen Nachfrage verlief wie der Vorjahreseinbruch in den vier St.Galler Tourismusdestinationen sehr unterschiedlich. Die klassischen Feriendestinationen Toggenburg und Heidiland verzeichneten Anstiege der Logiernächtezahlen gegenüber dem Vorjahr von 11 bzw. 20 Prozent. Hierbei ist zu beachten, dass sie vergleichsweise glimpflich durch das Jahr 2020 kamen. In den beiden städtischen Destinationen St.Gallen-Bodensee und Zürichsee nahm die Nachfrage ausgehend von deutlich tieferem Niveau wesentlich stärker zu. In der Destination St.Gallen-Bodensee betrug der Anstieg der Logiernächte gegenüber dem Vorjahr 32 Prozent, in der Destination Zürichsee 30 Prozent.

Nachfrageerholung setzt sich dank einheimischer Gäste fort

Eine vertiefende Analyse der Entwicklung im Jahresverlauf ergibt ein differenziertes Bild. Alle vier Destinationen verzeichneten im Jahr 2021 ein nachfrageschwaches erstes Quartal. Ab April erholten sich die Logiernächtezahlen in den Destinationen Heidiland, St.Gallen-Bodensee und Toggenburg spürbar, sodass in den darauffolgenden Monaten die langfristigen Durchschnittniveaus wieder erreicht wurden. In der Destination St.Gallen-Bodensee wurden im Sommer sogar die früheren Maximalwerte übertroffen. Am Zürichsee fiel die Nachfrageerholung ab dem zweiten Quartal zaghafter aus. Die Vorjahreswerte wurden im weiteren Jahresverlauf zwar übertroffen, es wurden aber nicht einmal die langfristigen Minimalwerte aus Vor-Corona-Zeiten erreicht.

Die Nachfrageerholung war destinationsübergreifend vor allem den einheimischen Gästen zu verdanken, die so zahlreich in den Destinationen nächtigten wie in früheren Jahren. Die Destinationen Heidiland und St.Gallen-Bodensee verzeichneten ab April 2021 sogar überdurchschnittliche Logiernächtezahlen einheimischer Gäste. Ab dem Sommer näherten sich in den Destinationen Heidiland, St.Gallen-Bodensee und Toggenburg auch die Logiernächtezahlen der ausländischen Gäste wieder langsam den langjährigen Durchschnittswerten an. Am Zürichsee erreichten die Logiernächtezahlen ausländischer Gäste hingegen auch in der zweiten Jahreshälfte maximal zwei Drittel des langjährigen Durchschnitts.