Hongkong: Lage nach Protesten ruhig


Nach den jüngsten Massenprotesten in Hongkong gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz hat sich die Lage am Donnerstag in der Metropole zunächst beruhigt. Lediglich eine Handvoll Demonstranten hielten sich im Regierungsbezirk auf.

Am Mittwoch war es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Zehntausende waren Protestaufrufen gefolgt und hatten das Parlament umstellt. Sie errichteten Barrikaden und weigerten sich, das Gebiet zu räumen. Polizisten hatten mit Gummigeschossen und Tränengas versucht, die Demonstranten zu vertreiben. 72 Menschen mussten in Spitälern behandelt werden.

Die Gesetzesänderung sieht vor, dass Beschuldigte aus Hongkong sowie aus dem Ausland stammende Bewohner oder Reisende auch an China ausgeliefert werden können. Menschenrechtler warnen vor der Umsetzung. Sie werfen China mutmassliche Folter, willkürliche Inhaftierungen, Zwangsgeständnissen sowie einen fehlenden Zugang zu Anwälten vor. Auch im Ausland waren die geplanten Änderungen auf Kritik gestossen. Am Sonntag hatte es die grössten Demonstrationen seit der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China vor mehr als 20 Jahren gegeben. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam will die Änderungen dennoch vorantreiben.