Badeverbot im Seecamping Bregenz erlassen, © seecamping.at
 seecamping.at
  • Vorarlberg

Badeverbot im Seecamping Bregenz erlassen

Das Umweltinstitut des Landes Vorarlber hat bei einer routinemässigen Beprobung Keime festgestellt.

28.06.2024

Die zuständige Bezirkshauptmannschaft Bregenz hat daher nach Rücksprache mit den Vertretern des Umweltinstitutes, der Abteilung Wasserwirtschaft sowie der zuständigen Amtsärztin gestern ein temporäres Badeverbot im betroffenen Bereich verhängt. Dieses per Verordnung erlassene Badeverbot gilt aktuell im Bereich der EU-Badestelle Seecamping Bregenz vom Bilgeriloch ostwärts bis zum Yachthafen Bregenz. Die weiteren EU-Badestellen am Bodensee weisen laut den aktuellen Messergebnissen durchwegs gute bis ausgezeichnete Werte auf. Das Baden ist hier weiterhin bedenkenlos möglich. 

In den vergangenen Wochen führten Starkregenereignisse und hohe Abflüsse zu einem raschen Anstieg des Bodenseepegels. Darüber hinaus kam es durch die hohen Niederschlagssummen zu Einträgen von teils ungereinigten Abwässern in den Bodensee. Beim nun durchgeführten – routinemässig zweiten offiziellen Beprobungszyklus der EU-Badestellen im Land - wurden bei der EU-Badestelle „Seecamping Bregenz“ stark erhöhte Werte für den Indikatorkeim E. coli festgestellt. 

Die stark erhöhten Keimzahlen dürften in Zusammenhang mit der Abwasserleitung der Kläranlage Bregenz stehen. Die Abwasserleitung, die normalerweise das bereits gereinigte Abwasser der Kläranlage in die Tiefe des Bodensees einleitet, ist erst vor wenigen Jahren aus hygienischen Gründen noch weiter in den See verlegt worden. Zur Kontrolle der Leitung sind an einigen Punkten Kontrollschächte positioniert. Bei einem dieser Kontrollschächte hat sich die Abdeckung aus noch unbekannter Ursache gelöst, weshalb ein Teil des Kläranlagenabwassers aktuell bereits in Ufernähe und damit auch im Nahbereich der Badestelle Seecamping Bregenz austritt. Durch den sehr hohen Bodenseewasserstand liegt dieser Teil der Leitung aktuell unter Wasser, weshalb der Wasseraustritt an dieser Stelle nicht unmittelbar bemerkt wurde. Die Verantwortlichen der Stadt Bregenz sind nach Bekanntwerden dieses Umstandes aktuell bemüht, den Schachtdeckel ehestmöglich wieder zu positionieren und somit eine Lösung des Problems herbeizuführen. Dabei befinden sich Vertreter der Stadt auch in enger Abstimmung mit Vertretern der Abteilung Wasserwirtschaft und des Umweltinstitutes.

Weitere Proben entnommen

Nach Bekanntwerden der Probenergebnisse wurden von Mitarbeitenden des Umweltinstitutes unmittelbar weitere Proben im Bereich Seecamping Bregenz, aber auch an nahegelegenen EU-Badestellen genommen – mit den Ergebnissen ist am Samstag zu rechnen. Zudem werden in den kommenden Tagen weitere Probenahmen je nach Entwicklung der Situation veranlasst. Sobald wieder unauffällige Messwerte vorliegen, kann das Badeverbot aufgehoben werden.

Die erhöhte Trübe an weiteren EU-Badestellen des Bodenseeufers ist aktuell auf die sehr hohen Trübstofffrachten der vergangenen Tage zurückzuführen. So haben Unwetter im Bregenzerwald, aber auch im Schweizer Einzugsgebiet des Alpenrheins zu einer erhöhten Abschwemmung von Feinsedimenten geführt.

Die aktuellen Messergebnisse sind unter https://atlas.vorarlberg.at/badegewaesser abrufbar, wie die Landespressestelle Vorarlberg heute mitteilt.