
Fast 60 Prozent unterstützen psychisch erkrankte Person
2,1 Millionen Menschen haben eine psychisch erkrankte Person unterstützt. Viele leiden unter der Situation.
19.03.2024
Fast 60 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz haben bereits einmal eine psychisch erkrankte Person aus ihrem Umfeld aktiv unterstützt. Aktuell sind es schätzungsweise rund 2,1 Millionen Menschen. Aus Sicht der Betroffenen ist diese Unterstützung wichtig.
Die Mehrheit der Menschen mit einer psychischen Erkrankung sagt, dass sie ohne die Unterstützung aus ihrem Umfeld auf zusätzliche professionelle Hilfe angewiesen wären. Das ergab eine Studie des Forschungsinstituts Sotomo.
Für die Betreuenden ist diese Rolle psychisch belastend, wie drei Viertel von ihnen angaben. Etwas mehr als die Hälfte findet, dass es zu wenige Angebote gibt, um das soziale Umfeld von Erkrankten angemessen zu unterstützen. Sie wünschen sich einen besseren Zugang zu Informationen und mehr Möglichkeiten für einen Erfahrungsaustausch. Drei Viertel finden, dass sie zu wenig Verständnis von der Gesellschaft für ihre Unterstützungsleistung erhalten.
Mehr als zwei Drittel der Angehörigen und Vertrauten leisteten oder leisten diese Hilfe während mindestens einem Jahr, ein Drittel bereits mehr als fünf Jahre. Mit einer längeren Unterstützungsdauer steige das Konfliktpotenzial.
Über ein Drittel der Befragten hat bereits als Kind miterlebt, wie ein Familienmitglied unter einer psychischen Erkrankung litt. Ein Grossteil litt damals unter diesem Zustand.
Für die Studie wurden im vergangenen Jahr zwischen dem 14. und dem 27. November 2042 Personen aus der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz online befragt. Die Studie wurde von Stand by you, der Dachorganisation der Angehörigen und Vertrauten von Menschen mit psychischen Erkrankungen, in Auftrag gegeben.