Klärschlamm in den Werdenberger Binnenkanal ausgetreten, © werdenberger-binnenkanal.ch
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Klärschlamm in den Werdenberger Binnenkanal ausgetreten

Mitte Januar gelangte aufgrund eines Schadenfalls ausgefaulter Klärschlamm der Abwasserreinigungsanlage (ARA) des Abwasserverbands Buchs Sevelen Grabs in den Werdenberger Binnenkanal. Wie der Abwasserverband mitgeteilt hat, hätten sofort eingeleitete Massnahmen sowie vertiefte Abklärungen ergeben, dass kein Personenschaden und vermutlich nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt entstanden. Zudem habe man umgehend mit verstärkten Vorkehrungen reagiert.

31.01.2024

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Am Samstagnachmittag, 13. Januar, meldeten eine Passantin und das Personal der benachbarten Kehrichtverbrennungsanlage dem Pikettdienst der ARA Buchs, dass eine dunkelbraune Flüssigkeit aus einem Lagertank der ARA Buchs rinne und in den Werdenberger Binnenkanal gelange. Der pikettdiensthabende Mitarbeiter habe gemäss Notfallplanung umgehend die Feuerwehr Werdenberg Süd aufgeboten. Zur Schadensbegrenzung wurde die Entleerungspumpe des entsprechenden ARA-Lagertanks genutzt.

Bei der ausgetretenen, dunkelbraunen Flüssigkeit handelte es sich laut Mitteilung des Abwasserverbands um ausgefaulten Klärschlamm, welcher während des Reinigungsprozesses des Abwassers und nach der Biogasherstellung anfällt. Dieser wird im weiteren Prozess eingedickt und in der gegenüberliegenden Kehrichtverbrennung thermisch verwertet.

Insgesamt seien kurzer Zeit rund 500 Kubikmeter (500'000 Liter) wässriger Klärschlamm in den Werdenberger Binnenkanal gelangt.

Fachliche Abklärungen – Entwarnung vor Ort

Innert kürzester Zeit nach der Alarmierung trafen am Samstagnachmittag weitere ARA-Mitarbeitende, die Feuerwehr Werdenberg Süd, die Kantonspolizei, der Umwelt-Schadendienst des Kantons St.Gallen, die Fischereiaufsicht des Amts für Natur, Jagd und Fischerei St.Gallen (ANJF) sowie Vertreter des Fischereivereins Werdenberg beim Schadensplatz an der Langäulistrasse in Buchs ein.

Da das Wasser des Werdenberger Binnenkanals schliesslich in den Trinkwasserspeicher Bodensee mündet, wurden auch die zuständige österreichische Amtsstelle sowie die internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) informiert, heisst es in der Mitteilung weiter.

Durch die gute Wasserführung im Werdenberger Binnenkanal war der dünnflüssige Klärschlamm stark verdünnt und rasch verfrachtet worden. Das Amt für Wasser und Energie (AWE) führte umfangreiche Abklärungen zu den Auswirkungen auf die untenliegenden Gewässer durch.

Es habe sich gezeigt, dass die einmalige Stossbelastung in den Gewässern glücklicherweise keine relevanten negativen Auswirkungen hatte. Die verschmutzte Fahrbahn des entlang des Binnenkanals geführten Feldwegs wurde gleichentags durch eine aufgebotene Reinigungsfirma gesäubert.

Ursachenfindung und verstärkte Sicherung

Die ARA Buchs leitete laut Abwasserverband umfassende Abklärungen zum Vorfall ein. Ursache für den Klärschlammaustritt war gemäss Erkenntnissen ein samt Abdichtungen herausgedrückter Absperrschieber.

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Am Tank wurde neu eine zusätzliche, mechanische Schubsicherung als Verstärkung montiert.PD

Dieser war vor vier Jahren neu beschafft, montiert und in Betrieb genommen worden und falle damit noch in die Herstellergarantie von fünf Jahren. Auch eine vertiefte Ursachenermittlung in enger Zusammenarbeit mit dem Lieferanten und Monteur der Absperrschiebereinheit brachte keine weitere Klärung zum Vorfall.

Ungeeignete Betriebsbedingungen, Fehlmanipulation, Sabotage, ein ungeeignetes Abdichtungssystem beziehungsweise ein ungeeigneter Absperrschieber habe jedoch ausgeschlossen werden können.

Als Sofortmassnahme sei die doppelte Abdichtung des Absperrschiebers durch eine dreifache Ausführung ersetzt worden, betont der Abwasserverband. Zusätzlich wurde der beim Vorfall herausgedrückte Schieber durch eine beidseitige, mechanische Schubsicherung verschraubt.

Der Klärschlamm-Austritt hatte keine Auswirkungen auf den Betrieb der ARA Buchs. In Folge des Vorfalls werden vorsorglich die Schiebervorrichtungen von weiteren Tanks im gleichen Umfang abgesichert, wie der WUNDO berichtete.