Kontakt mit LGBTQ+ als Prävention, © Radio Liechtenstein
Stefan Marxer. Radio Liechtenstein
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Kontakt mit LGBTQ+ als Prävention

Im Juni kämpfen jeweils LGBTQ+-Menschen für ihre Rechte und gegen Diskriminierung. Nicht immer stösst das Auftreten der Community auf Verständnis.

18.06.2024

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Jedes Jahr im Juni finden in ganz Europa Pride-Paraden statt, darunter auch in Liechtenstein. Dabei demonstrieren LGBTQ+-Menschen für ihre Rechte und gegen Diskriminierung.

Immer wieder tauchen in Medien Bilder von teils ausgefallen verkleideten Personen auf, die für Empörung sorgen. Diese Schockbilder von beispielsweise als Hund verkleideten Personen müssen immer richtig eingeordnet werden, betont Stefan Marxer, Vorstandsmitglied vom queeren Verein FLay im Interview.

Es sei wichtig, sich auch vor Ort ein Bild solcher Veranstaltungen zu machen: "Dann sieht man vielleicht, dass vielleicht zehn oder zwanzig Prozent relativ auffällig sind, die das auch nutzen, um zu provozieren. Ob man das tolerieren muss? Ich würde sagen tolerieren ja, akzeptieren muss man das in dem Sinn nicht, weil persönlich halte ich auch nicht viel davon, das persönliche Sexualleben auf der Strasse auszuleben." Das sei auch nicht Sinn einer solchen Pride-Demonstration, so Marxer weiter.

Thema als Prävention nutzen
Allgemein sei es jedoch wichtig, dass Kinder in Berührung mit dem Thema LGBTQ+ kommen. Beispielsweise bei Prides oder Drag Queen-Lesungen ist nicht eine Beeinflussung der Kinder das Ziel. Im Gegenteil: Solche Veranstaltungen sollen spätere innere Konflikte eines heranwachsenden Kindes vermeiden, führt Marxer aus: "Es ist eine Tatsache, dass die Suizidalität bei queeren Personen einfach deutlich höher ist. Und je mehr man den Kindern beibringen kann "du musst das nicht verfolgen, das muss nicht dein Ziel sein", weil der Weg zu sich selber, egal ob wie man sich identifiziert, ist für jeden auf seine Art schwierig. Umso wichtiger ist es, wenn man Jugendlichen zeigen kann "wir begleiten dich auf dem Weg, es ist dein Weg und du bist nicht alleine".