Parolen zu Abstimmungsvorlagen werden vom Stimmvolk unterschiedlich angenommen., © Radio Liechtenstein
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Parolen zu Abstimmungsvorlagen werden vom Stimmvolk unterschiedlich angenommen.

Insbesondere bei komplexen Vorlagen, wird diese Entscheidungshilfe, welche beispielweise die Parteien im Vorfeld fassen, gerne angenommen.

04.02.2024

Das erklärt Thomas Milic, Forschungsleiter Politik am Liechtenstein Institut im Interview mit Radio Liechtenstein: "Bei komplexen Vorlagen spielen sie eine wichtigere Rolle, weil dann ist es schwieriger für das Stimmvolk zu beurteilen, wie viel das bringt und dann orientiert man sich an Entscheidungshilfen. Aber bei eher einfachen Abstimmungsfragen ist der Einfluss der Parolen eher gering."

Abstimmungsvorlagen, die Veränderungen mit sich bringen würden, haben es nicht immer leicht beim Stimmvolk.

Eine Abweichung vom Status quo beinhalte auch immer ein gewisses Risiko, so Thomas Milic: "Mit dem Status quo hat man leben gelernt, den kennt man, das ist der Istzustand, damit sind vielleicht auch gewisse Risiken verbunden, aber mit diesen kann man umgehen und diese kann man kalkulieren. Wenn jemand eine Änderung verlangt, es könnte besser sein, es könnte aber auch schlechter sein, dort hat man dann plötzlich einen hohen Grad an Unsicherheit. Es ist häufig so im Zweifelsfall, wenn man es nicht so richtig kalkulieren kann, sagt man nein."

Bei den letzten Abstimmungen war die Stimmbeteiligung für Liechtensteiner Verhältnisse eher gering. Sollten sich die Liechtensteiner Stimmbürger ähnlich verhalten, wie das Stimmvolk der Schweiz, ist bei der anstehenden Abstimmung über die Volkswahl der Regierung eine eher tiefe Stimmbeteiligung zu erwarten, wie Thomas Milic ausführt.

Das Thema beschäftigt gemäss Milic von sich aus nicht allzu stark. Wenn es keine all zu intensive Kampagne gibt, vermutet er vorsichtig, werde die Stimmbeteiligung auch nicht "all zu berauschend" sein.  

Die Abstimmungsunterlagen zur Verfassungsinitiative über die Volkswahl der Regierung werden gegen Ende der kommenden Woche in den Haushalten eintreffen.

Treffpunkt mit Thomas Milic
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