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31.03.21 18:00 - Universität Liechtenstein (Auditorium) Vaduz

Campus Gespräch IV - Krise und individuelle Verantwortung

Heute mit: Dr. phil. Barbara Bleisch

Unsere Zeit ist geprägt von einer Krisenrhetorik: Auf die "Finanzkrise", die "Flüchtlingskrise" und die "Klimakrise" folgte die "Coronakrise". Eine Krise bezeichnet ihrer ursprünglichen Bedeutung nach die Klimax während einer schweren Erkrankung, den Moment, an dem sich entscheidet, ob das Sterben oder die Gesundung eintreten. Sprechen wir heute von Krisen, meinen wir meist eine massive Funktionsstörung eines Systems, das entweder in einer Katastrophe zusammenbrechen oder aber eine Wendung hin zum Guten nehmen wird. Die Frage nach der Verantwortung ist in sozialen Systemen meist eine diffuse: Die Interaktionsketten sind unübersichtlich; die Verantwortung ist ungeklärt. Das Individuum sieht sich entsprechend wenig überraschend nicht in der Pflicht, seinen Beitrag zur Krise und zu deren Entschärfung zu überdenken. Was bedeutet dies für den modernen Menschen, der scheinbar in einer Zeit der Krisen lebt?

Barbara Bleisch, Dr. phil., hat in Zürich, Basel und Tübingen Philosophie, Germanistik und Religionswissenschaften studiert und am Ethik-Zentrum der Universität Zürich promoviert. Seit 2010 moderiert sie die „Sternstunde Philosophie“ bei Schweizer Radio
und Fernsehen SRF, seit 2018 ist sie Kolumnistin beim „Tages-Anzeiger“. Bleisch ist Mitglied des Ethik-Zentrums der Universität Zürich und unterrichtet Ethik in verschiedenen universitären Weiterbildungsprogrammen. Sie ist ausserdem Mitglied der
Jury des Tractatus-Preises für Philosophische Essayistik. Zu ihren jüngsten Publikationen gehören «Kinder wollen» (gemeinsam mit Andrea Büchler, Hanser), „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ (Hanser), „Familiäre Pflichten“ (Suhrkamp) und „Ethische Entscheidungsfindung“ (Versus).

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