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26.05.21 bis 03.07.21 - bechter kastowsky galerie Schaan

Conrad Jon Godly, UP+DOWN

Der Schweizer Maler Conrad Jon Godly lässt uns vor seinen Bergbildern staunen. Mit dem Pinsel auf Leinwand festgehaltene Farbe baut sich auf, wird wuchtig in den Vordergrund gebracht und führt dem Betrachter all seine unterschiedlichen Empfindungen vor Augen. Gekonnt führt Godly das Thema Berg in die Jetztzeit, vereint in sich die gesamte Evolution des Sublimen, aber auch der Technik Malerei. Die Ölfarbe wird dick aufgetragen, wird pastos in Form gebracht; der Berg bekommt so eine Dreidimensionalität, die gleichsam an Bildhauerei erinnert. Das Auftragen der Farbe in einem Akt meditativer Geschwindigkeit wirkt dem Entstehungsprozess massiver Bergformationen diametral entgegen. Es gibt während des Malprozesses kein Innehalten, kein Zurücktreten, keine Wirkung auf Distanz. Es ist ein einziger dynamischer Malakt, der ohne jegliche Vorzeichnung, ohne Raster abläuft. Lässt sich der Betrachter dann auf das Werk ein und begibt sich nah an die Leinwand, so gibt einem das Dargestellte das Gefühl des Allgegenwärtigen. Man wird eingesogen, begibt sich visuell in die Formation der Haptik und – um es in den Worten Jackson Pollocks zu sagen – ist im Bild. Die berühmte Rückenfigur bei Caspar David Friedrich, die den Schauer in die Weite führt, die als Versatzstück des staunenden Naturbeobachters wird, fällt weg und gibt dem reellen Betrachter, dem neugierigen Besucher den Platz frei. Conrad Jon Godlys Berge funktionieren in ihrer Erhabenheit sowohl im Klein- als auch im Grossformat. Der Auftrag der Farbe trägt dazu bei. Mit Wucht wird die Farbe auf- und dann wieder abgetragen, Felsen werden geformt, nehmen Dimensionen an und vereinen sich in einer tektonischen Haptik. Die dick aufgetragene Ölfarbe trocknet nie vollständig aus, eine Tatsache, die gleichsam an die Gewalt der Natur denken lässt, an Magma im Erdinneren. 

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