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15.12.22 bis 04.02.23 - Galerie Sechzig Feldkirch

MASATSUGU OKADA - ABSTRACT LANDSCAPE

Bei genauer Betrachtung Masatsugu Okadas Werke scheint das Hauptaugenmerk des 1984 in Osaka; Japan geborenen und seit etwa zehn Jahren in Düsseldorf lebenden Künstlers auf der Auseinandersetzung mit jenen Motiven zu liegen, welche weder eine konkrete Formgebung noch Kontinuität vorweisen.
Zuerst entstand die Serie der „Skyscapes“, sprich der Himmellandschaften, in denen er nicht-greifbare, sich ständig wandelnde und somit form- und gestaltlose Wolkengebilde festzuhalten versucht.
Okada geht es keineswegs um eine naturalistische Nachahmung, sondern darum, den unaufhörlichen Fluss der Natur, ihre Kraft und Dynamik und ganz besonders jenes, was sich uns und unseren Augen oftmals entzieht, wie etwa die Wandlungsfähigkeit der Atmosphäre, der Luft und des Wassers malerisch einzufangen. Somit handeln seine eindrucksvollen „Skyscapes“ nicht nur von Wolken an sich, sondern vor allem von der Wandelbarkeit der Wolken, sprich der Darstellung des Nicht-Darstellbaren, was Okada zu einem Malstil mit starken Abstraktionstendenzen führt. Je nach Wolkenkonstellation und Lichteinfall entstehen unterschiedliche Helligkeiten und Farbintensitäten, die er in verschiedensten Grauabstufungen ausdrückt. Stilistisch gesehen, versucht Okada bei seinen „Skyscapes“ gewissermaßen eine harmonische Verschmelzung von romantischer, Emotionen und Sehnsüchte hervorrufender Landschaft und der „Shan Shui“-Malerei, sprich der ostasiatischen Gebirgs- und Wassermalerei zu schaffen, in welcher es weniger darum geht, was der Künstler tatsächlich in der Natur sieht, sondern eher was er über sie denkt und wie er über sie empfindet.

Ergänzend zu den „Skyscapes“ begann Okada im Jahr 2020 mit seinen Werken der farbintensiven und harmonischen „Stream“-Serie, in der er sich auf äußerst abstrakte Weise mit fließendem, zum Teil strömendem Wasser künstlerisch auseinandersetzt. Die Idee der „Stream“-Serie war nach einer Bergwanderung geboren, bei welcher der Künstler die verschiedensten Wellenformationen, Farbspiegelungen und Lichtreflexe auf der unruhigen Wasseroberfläche eines Flusses beobachten konnte. Dem Künstler zufolge soll dieses Natur-Schauspiel für ihn bereits wie ein abstraktes Gemälde gewirkt haben.
Indem er in seinen abstrakten „Wasserlandschaften“ die Farben als veränderbare Erscheinungen des Lichts und nicht als festgelegte Eigenschaften der Dinge versteht, bewirken sie in ihren endlosen Differenzen und Reflexionen einen stimmungsvollen Raum von vibrierender Lebendigkeit. Farbintensive, ornamental flirrende, konturlos angeordnete Farbfelder in Kombination mit einem freien gestischen Duktus führen zu diesen zwischen Landschaft und Abstraktion schwankenden Werken, sprich zu diesen „abstract landscapes“ welche gleichzeitig ruhig und dynamisch, sensibel und doch energiegeladen sind.

Während die mit Graphit auf Leinwand geschaffenen Wolkenformationen, vergleichsweise dramatisch, für manch einen vielleicht sogar dystopisch wirken und dem Künstler zufolge die Natur als erhabene, zerstörerische Gewalt, als göttliche Schönheit versinnbildlichen; könnten die farbenreichen Darstellungen der spiegelnden, sich wellenden Wasseroberflächen hingegen als eine Art malerische Schilderung der nach der Zerstörung eintretenden Erholung gesehen werden.
Trotz all des technischen Know-hows und dem feinfühligen Umgang mit Material und Farbe, spielt der Zufall, das Spielerische und auch das Risiko eine ausschlaggebende Rolle in Okadas Oeuvre. Sicherlich wird jedes Werk mit einer gewissen Vorstellung begonnen; wie es dann schlussendlich allerdings aussehen wird, kann und möchte er nicht vorhersehen. Keineswegs möchte er den Malprozess völlig beherrschen, denn es soll jederzeit Raum für das Zufällige und Unvorhersehbare geben. Dies lässt sich mit Sicherheit darauf zurückführen, dass Okada nicht nur etwas Neues kreieren, sondern stets etwas Neues erfahren möchte.

Masatsugu Okada in seinem Studio © Masatsugu Okada.jpg
Foto ©: Masatsugu Okada